Vom 20.04. bis zum 24.04.26 unternahm eine Gruppe aus zehn Schülerinnen und Schülern gemeinsam mit zwei Lehrkräften eine Ausbildungsfahrt nach Wohldenberg. Zu Beginn der Ausbildung waren wir noch angehende Mediatorinnen und Mediatoren und sammelten dort unsere ersten intensiven Erfahrungen in diesem Bereich. Begleitet wurde die Gruppe von Frau Czuj und Frau Hernandez, da Frau Meinecke krankheitsbedingt nicht teilnehmen konnte. Am Montagmorgen starteten wir um etwa 9:15 Uhr in Ringelheim und erreichten Wohldenberg gegen 10:00 Uhr.
Während der drei Nächte vor Ort stand die Ausbildung im Mittelpunkt. Ziel war es, zu lernen, wie man später als Mediator/Mediatorin Konflikte zwischen Schülerinnen und Schülern begleitet und bei der Lösung unterstützt. Dabei arbeiteten wir intensiv mit dem 5-Phasen-Modell der Mediation, das Schritt für Schritt erklärt und anschließend in vielen praktischen Übungen angewendet wurde. Die Konflikte waren zwar erfunden, wirkten aber sehr realistisch, sodass man gut üben konnte.
Besonders wichtig war die Zusammenarbeit in der Gruppe. In der ersten Phase kamen alle gut zurecht, während die dritte Phase, in der es darum geht, Gefühle und Hintergründe herauszuarbeiten, für viele deutlich schwieriger war. Trotzdem halfen die gemeinsamen Übungen sehr weiter. Zusätzlich arbeitete jeder mit verschiedenen Personen aus der Gruppe zusammen, sodass man immer wieder neue Konstellationen ausprobierte und herausfand, mit wem die Zusammenarbeit besonders gut funktionierte.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Gesprächsführung, vor allem das gezielte Stellen von W-Fragen, ohne die beteiligten Personen unter Druck zu setzen. Besonders der Umgang mit „Warum“-Fragen war dabei wichtig, da diese schnell kritisch wirken können.
Die Unterkunft selbst lag in einer eher normalen, nicht besonders großen Jugendbildungsstätte in Wohldenberg, die trotzdem eine besondere Atmosphäre hatte. Weiter oben auf einem Berg befand sich außerdem ein sehr hoher Turm, der für viele ein Highlight war. Einige aus der Gruppe sind hinaufgestiegen und hatten von dort oben eine beeindruckend schöne Aussicht über die Umgebung. Auf dem Gelände gab es außerdem mehrere Tiere, darunter zwei Esel namens Jonathan und Sarah, mehrere Hühner und einen Pfau. Besonders der Pfau sorgte für viele lustige Momente, da er sich frei bewegen durfte, aber immer wieder zurückkehrte, weil er entsprechend trainiert war. Dadurch entstand oft eine lockere und fröhliche Stimmung. Der nächste Laden oder Supermarkt lag etwa vier Kilometer entfernt, sodass wir während der gesamten Zeit hauptsächlich auf dem Gelände blieben.
Am Abend stand das gemeinsame Miteinander im Vordergrund. Wir spielten häufig UNO oder Werwolf, was für sehr viel Spaß sorgte, da man sich gegenseitig oft täuschen konnte. Ein besonderes Highlight war eine spontane „Fake-Disco“, bei der wir Musik über einen Lautsprecher abspielten, das Licht ausmachten und ein lautstärkeaktiviertes Gerät nutzten, um eine Art Party-Atmosphäre zu erzeugen.
Am Anfang der Fahrt war es für viele noch ungewohnt, mit anderen zusammenzuarbeiten, die man kaum kannte. Mit der Zeit änderte sich das jedoch deutlich, und es entstand ein sehr freundlicher und lustiger Umgang miteinander. Die Gruppe wuchs zusammen, und man wurde sicherer im Umgang mit Konfliktsituationen und der Mediation.
Am Donnerstag endete die Fahrt und wir kehrten um etwa 12:40 Uhr nach Ringelheim zurück. Insgesamt war die Ausbildungsfahrt eine sehr lehrreiche und besondere Erfahrung, die uns sowohl fachlich als auch persönlich stark weitergebracht hat.
