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| Intranet | „Salzgitter war im Fortschritt rege...“(aus einem 1879 in den Turmknopf der Kirche St. Mariae-Jakobi gelegten Gedicht des jüdischen Lokaldichters Salomon Herbst) Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war der Flecken Salzgitter von der im Königreich Hannover nur zögernd einsetzenden Industrialisierung kaum berührt worden.Im Jahre 1856 erhielt der Ort durch den Bau der Braunschweigischen Südbahn Börßum-Salzgitter-Seesen~Kreiensen Anschluß an das sich immer stärker verdichtende Eisenbahnnetz Deutschlands. Damit wurde die Entwicklung zu einer bescheidenen Industrie eingeleitet. - Bereits zwei Jahre nach der Eröffnung der Bahnstrecke gründete der salzgittersche Unternehmer T. C. Möker zusammen mit Ludwig Gercke und Carl Ahrens die Mechanische Hedegarnspinnerei am Gittertor. Neben der Spinnerei wurde 1869 die ebenfalls von Ahrens und Möker geleitete Mechanische Weberei errichtet. Im gleichen Jahr gründete Emil Langen am Gittertor das Eisenwerk Salzgitter, welches abzüglich der in den Gruben Haverlahwiese, Finkenkuhle und Hannoversche Treue tätigen Bergleute etwa 250 Menschen beschäftigte. Damit hatte in Salzgitter das erste Hüttenwerk den Betrieb aufgenommen. Im heutigen Salinengarten entstanden neben dem noch arbeitenden Salzwerk Badeeinrichtungen für medizinische Zwecke. Die Güte der Sole machte Salzgitter bald zu einem bekannten Solebad. Daneben fanden die Menschen Beschäftigung in Ziegeleien, Steinbrüchen, Mühlen und Zuckerfabriken. Nach wie vor spielten Handwerker, Kaufleute und Händler eine bedeutende Rolle. Die Bevölkerung wuchs mit rund 50 % auf etwa 2000 am Ende des Jahrhunderts. - Die neue Entwicklung rief nach Fachkräften aller Art, die z. T. von weither nach Salzgitter kamen. Der verständliche Wunsch dieser Schicht und der wohlhabenden einheimischen Bevölkerung in und um Salzgitter nach besserer Schulbildung ihrer Kinder konnte nur unzulänglich erfüllt werden. Der Besuch höherer Schulen in den benachbarten Städten war mit Schwierigkeiten und erheblichen Kosten verbunden, da die Schüler wegen der unzureichenden Verkehrsverhältnisse am Schulort in Pension wohnen mußten. Die beiden großen Söhne Salzgitters, der Philosoph und Politiker Prof. Dr. Heinrich Ahrens und der Geologe Prof. Dr. Karl Urban Schloenbach mußten im 19. Jahrhundert ihre höhere Schulbildung in Wolfenbüttel, Goslar und Hildesheim erwerben. So entstand ein immer krasseres Mißverhältnis zwischen dem durch die Volksschule vermittelten Bildungsangebot und einer ständig steigenden Bildungsnachfrage. Engpässe suchen nach neuen Wegen und Lösungen. Im Salzgitter des 19. Jahrhunderts hießen diese Lösungen im Bildungsbereich Privatunterricht und Privatschule. Hier liegen die Wurzeln unseres Gymnasiums.
Letzte Aktualisierung: Sunday, 27. February 2005 20:05:17 Verantwortlich: Webmaster E-Mail: webmaster@gymszbad.de |
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