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| Intranet | Übersicht über das Schulwesen in Salzgitter bis 1900Die Anfänge des Schulwesens in Salzgitter liegen im dunkeln. - Die vielfach schon vor der Reformation entstandenen Pfarr- oder Kirchenschulen waren von der Kirche eingerichtet, wurden von ihr geschützt und gefördert. Aus diesen vorwiegend von Opfermännern (Küstern), bisweilen auch Handwerkern betriebenen Schulen gingen die sprach- und sangeskundigen Gehilfen des Pfarrers hervor. Selbst nach der Übernahme des evangelisch-lutherischen Glaubens erfolgte in diesen Schulen trotz aller Bemühungen der jeweiligen Landesherrn eine schulische Betreuung nur in sehr beschränktem Maße. Zum Schulbesuch gab es keinerlei Verpflichtung. - Im Gegensatz dazu wurde in Salzgitter der Unterricht von Lehrern durchgeführt, die bereits eine entsprechende Vorbildung besaßen. Lehrziel war nicht allein mehr das zu dieser Zeit als hinreichend angesehene Erlernen des Katechismus, sondern bevorzugtes Fach wurde die lateinische Sprache. Damit reiht sich Salzgitter ein in andere „Landstädte“ (z. B. Seesen, Alfeld, Bockenem), die als „Lateinschulen“ besondere Bedeutung gewannen. Unter dem braunschweigischen Herzog Julius (1568-1589) wurde mit der endgültigen Einführung der Reformation auch in dem damals etwa 800 Einwohner zählenden Salzgitter mit seinem bedeutenden Salzwerk das Schulwesen nachdrücklich gefördert. Die Kinder sollten schreiben und lesen lernen, Gebete und den Katechismus aufsagen sowie Psalmen singen können. Überall im Lande bildeten sich im Zeichen eines erstarkenden Kulturwillens Volksschulen als „eine der edelsten Früchte der Reformation“. Im Jahre 1643 fiel Salzgitter, das seit 1523 zum Fürstentum Braunschweig/Wolfenbüttel gehört hatte, wieder an das Fürstentum Hildesheim zurück. Alle Bemühungen der Bischöfe, das durch den Dreißigjährigen Krieg heruntergekommene Bildungswesen zu verbessern, blieben ohne nennenswerten Erfolg. In Salzgitter waren jedoch um die Mitte des 17. Jahrhunderts die beiden vorhandenen Schulstellen bereits geteilt in das Rektorat und das Konrektorat. Dem Rektor unterstanden die Jungen, dem Konrektor die Mädchen. Die Regierung des 1807 gegründeten Königreichs Westphalen versuchte, auch im Schulwesen Ordnung zu schaffen. Der Schulbesuch sollte bereits mit dem 6. Lebensjahr beginnen, der Lehrer Anrecht auf die Zahlung des Schulgeldes erhalten. In Salzgitter gab es im Winterhalbjahr 1807/1808 nicht weniger als 142 Schüler und 140 Schülerinnen, die vom Rektor und vom Konrektor betreut wurden.Man teilte sie unter anderem ein nach „ordentlichen“ und „unordentlichen“ Kindern, d. h. solchen, die (fast) regelmäßig die Schule besuchten, und anderen, die kaum erschienen. Von 142 Jungen waren 72 „ordentliche“, von den 140 Mädchen besuchten nur 31 regelmäßig den Unterricht. Gemäß ihren Leistungen und ihrem Verhalten wurden die Kinder auch äußerlich gekennzeichnet. - Der von der Regierung angeordnete Schulzwang stieß auf Ablehnung der Eltern. Viele Schüler fehlten über Wochen und Monate, besonders im Sommer. Neben der Religion standen zu Anfang des 19. Jahrhunderts Lesen und Schreiben im Vordergrund, weniger Rechnen. In der „Rektoren-Klasse“ in Salzgitter wurden jedoch bescheidene Anfänge der Mathematik gelehrt. Ebenso sind hier erste Ansätze eines erdkundlichen Unterrichts zu erkennen. Geschichte und Naturkunde fehlten noch im Lehrplan. - Erst durch die Einführung der allgemeinen Schulpflicht wurde 1845 im Königreich Hannover das gesamte Bildungswesen erneuert. Wann und wo in Salzgitter ein erstes Schulgebäude entstand, ist unklar. Ein 1572 errichteter „Neubau“ hatte aber bereits einen Vorgänger. Die ersten Unterrichtsräume wiesen mit Sicherheit vielfältige Mißstände auf. Im Jahre 1781 wurde östlich der Kirche St. Mariae-Jakobi ein neues Schulgebäude errichtet. Doch reichte dieses stattliche, feste und bequeme Haus für die wachsende Schülerzahl im 19. Jahrhundert bald nicht mehr aus. Durch die Großherzigkeit des Geschwisterpaares Kaufmann Ludwig Gercke und Minna Jacobi, geb. Gercke konnte 1864 gegenüber der Kirche die heutige Altstadtschule erbaut werden. Damit wurde auch jene notdürftige Unterkunft wieder aufgehoben, welche die unteren Jahrgänge in einem Anbau des Ratskellers aufgenommen hatte. Eine Erweiterung erfuhr die Altstadtschule 1897 durch die Schaffung von vier weiteren Klassenräumen und vier Lehrerwohnungen. Ab 1900 fand hier die „Gehobene Privatschule“, Vorläuferin des Gymnasiums SalzgitterBad, ihre erste Bleibe.
Letzte Aktualisierung: Sunday, 27. February 2005 20:05:17 Verantwortlich: Webmaster E-Mail: webmaster@gymszbad.de |
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