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Schulelternrat fordert eine zweite Sozialpädagogenstelle
Hiermit fordert die Elternschaft des Gymnasiums Salzgitter-Bad (Offene Ganztagsschule) das Kultusministerium des Landes Niedersachsen auf, unserer Schule eine zweite Stelle für eine Schulsozialpädagogin/möglichst jedoch einen Schulsozialpädagogen zuzuweisen.
Begründung
I. Alle Ganztags-Gymnasien in Niedersachsen sind in ihrer pädagogischen Arbeit betroffen durch
- das massive Anwachsen der Schülerschaft, bedingt zum einen durch die verstärkte Nachfrage nach gymnasialer Bildung (teilweise ist unsere Schule in den unteren Jahrgängen 7-zügig!), zum anderen durch die Einbindung der Jahrgänge 5 und 6
- die viel zu großen Klassenfrequenzen vor allem bei den unteren Jahrgängen (bis zu 32 Kindern!)
- die Verkürzung auf 12 Schuljahre, die sich daraus ergebende Verlängerung des Unterrichtstages sowie die Zunahme des Leistungs- und Selektionsdruckes
- die Diskrepanz zwischen proklamiertem Förderauftrag der Schule und tatsächlicher Einschränkung der Ressourcen (zu große Klassen, zu kleine Unterrichtsräume, zu wenig Lehrerstunden) – für die gestiegenen Probleme gibt es zu wenig Personal, zu wenig Zeit, zu wenig Raum
- zu kleine Klassenräume und zu große Gruppen, fehlende Verfügungsstunden für die pädagogische Betreuung durch die Klassenlehrkraft etc., was zu einem stärkeren Aggressionspotential führt
- die wachsende Verunsicherung der Elternschaft in Erziehungsfragen und die damit zusammenhängende Zunahme an Verhaltensproblemen in der Schülerschaft
- die teilweise schwierigen Sozialisationsbedingungen durch z.B. geschwisterloses Aufwachsen, allein erziehende Elternteile, zunehmende Scheidungsraten, neu
zusammengesetzte Familien etc., die
sich in Lernstörungen niederschlagen
- die zunehmenden Konzentrationsstörungen der Kinder aufgrund wachsenden Medienkonsums
Entsprechend groß ist daher der sozialpädagogische Betreuungsbedarf an allen Schulen.
Besonders auffällig auf die beschriebenen Probleme reagieren z.T. die Jungen in den jüngeren Jahrgängen. Sie scheinen mit den Anforderungen an eine schulische Basisdisziplin und kontinuierliche Leistungsbereitschaft immer weniger gut zurecht zu kommen. Deshalb müsste aus unserer Sicht den Defiziten in der Jungensozialisation mit speziellen Angeboten nur für Jungen begegnet werden. Hierfür bedarf es eines männlichen Schulsozialpädagogen.
II. Über die geschilderten Probleme, mit denen alle Schulen zu kämpfen haben, hinaus ist der Bedarf an sozialpädagogischer Betreuung am Gymnasium Salzgitter-Bad besonders groß, und zwar aus folgenden Gründen:
1. Größe der Schule
- Zum Zeitpunkt der Umwandlung des Gymnasiums zur Ganztagsschule 1993 betrug die Schülerzahl 813, im Schuljahr 2006/2007 beträgt sie 1481. Seit 1993 verfügen wir über eine einzige schulsozialpädagogische Fachkraft, das Personal wurde der Schülerzahl nicht angepasst
2 Überdurchschnittliche Anzahl von Kindern mit sozialpädagogischem Betreuungsbedarf
- Auch wir Eltern stellen seit einigen Jahren vor allem bei den jüngeren Jahrgängen eine Zunahme an Verhaltensauffälligkeiten, psychischen und auch motorischen Störungen fest, was zu einem erheblich größeren Bedarf an sozialpädagogischer Betreuung der Kinder und Beratung der Eltern und Kollegen geführt hat.
- Dazu kommen die Integrationsschwierigkeiten von Kindern mit Migrationshintergrund. Ihre Zahl ist an unserer Schule in den letzten Jahren gestiegen: So haben in den Jahrgängen 5 – 7 ca. 7% nicht die deutsche Staatsangehörigkeit, wogegen es in den Jahrgängen 8 – 13 nur 4% sind; dazu kommen die Kinder, die zwar die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, aber aufgrund ihres Migrationshintergrundes entsprechende Schwierigkeiten haben.
- Durch die Eingliederung der Eingangsstufe in das Gymnasium, die bei uns in einem ca. 500m entfernten ehemaligen Grundschulgebäude untergebracht ist, müssen zwei Standorte betreut werden (in der Außenstelle z.Z. 576 und im Hauptgebäude über 900 Schüler). Die Versorgung von zwei Standorten ist mit einer einzigen Kraft nicht zu bewältigen, zumal nicht in der Eingangsstufe mit ihrem besonders großen Betreuungsbedarf
3 Besonderer Stellenwert der Schulsozialarbeit an unserer Schule
Die Schulsozialarbeit an unserer Schule hat sich unter dem Druck der beschriebenen Probleme in den letzten Jahren systematisch weiterentwickelt. Auch aus diesem Grund besteht ein großer Bedarf an zusätzlicher personeller Kapazität.
- Unsere Schulsozialpädagogin versuchen setzt unter großen Anstrengungen das vom Kultusministerium vorgeschriebene Konzept zur Gewaltprävention um. Angesichts der Größe unserer Schule ist dies nur zu bewältigen unter Einbeziehung außerschulischer Institutionen wie z.B. Polizei, Präventionsrat gegen Gewalt und Kriminalität der Stadt Salzgitter, Sucht- und Drogenhilfe, Beratungsstelle gegen sexuellen Missbrauch, Pro Familia etc. Die Zusammenarbeit mit diesem Netzwerk bindet viel zusätzliche Kapazität.
- Die Schulsozialpädagogin hat ein gut funktionierendes Patenprogramm zur Betreuung der neuen Schüler aufgebaut: Dieses muss betreut und weiterentwickelt werden.
- Weiterhin bildet sie jährlich einer Schülermediationsgruppe aus. Diese müssen beim Einsatz betreut, beraten und weiterqualifiziert werden.
- Die Elternberatung sowie die Zusammenarbeit mit dem Kollegium hat sich ständig intensiviert.
- Über den ganzen Schultag (bis 16 Uhr) hinweg ist die Präsenz der Schulsozialpädagogin erforderlich, um situativ angemessen handeln zu können. Dies erfordert eine ständig „offene Tür“, bedeutet aber gleichzeitig, dass für die angestoßenen Projekte weniger Zeit zur Verfügung steht.
Aus all den genannten Gründen fordern wir die Einrichtung einer weiteren Stelle für die Schulsozialarbeit am Gymnasium Salzgitter-Bad, mit fast 1500 Schülerinnen und Schülern eines der größten Ganztagsgymnasien in Niedersachsen.
Verteiler:
- Kultusminister des Landes Niedersachsen
- Oberbürgermeister der Stadt Salzgitter
- Fraktionsvorsitzender der CDU des Rates der Stadt Salzgitter
- Fraktionsvorsitzender der SPD des Rates der Stadt Salzgitter
- Fraktionsvorsitzender der FDP des Rates der Stadt Salzgitter
- Fraktionsvorsitzender der MBS des Rates der Stadt Salzgitter
- Fraktionsvorsitzender der LAS des Rates der Stadt Salzgitter
- Fraktionsvorsitzender der Grünen des Rates der Stadt Salzgitter
- Herr Osann, FD Bildung der Stadt Salzgitter
Letzte Aktualisierung: Monday, 11. June 2007 16:00:07 Verantwortlich: Martin Gosch
E-Mail: gosch@gymszbad.de
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